Aktuelles / Mitteilungen

 

 

 

Verein zur Bewegungsförderung und Psychomotorik e.V. Marburg

Marburg, den 07.11.2018

 

 Mitgliederversammlung 2018

 

Einladung

  

Liebe Mitglieder,

 

wir laden Sie recht herzlich zu unserer ordentlichen Mitgliederversammlung am:

Donnerstag, den 06.12.2018 um 19.00 Uhr

in das Institut für Sportwissenschaften (IfL), Barfüßerstraße 1 in Marburg, zweiter Stock,

Seminarraum 202 ein.

 

Tagesordnung der Mitgliederversammlung:

  1. Begrüßung
  2. Bericht des Vorstandes
  3. Kassenbericht 2017
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstandes
  6. Neuwahlen
  7. Wahl der Kassenprüfer
  8. Satzungsänderung (siehe unten)
  9. Verschiedenes

 

 

zu Top 8 Satzungsänderung:

 

 

 

Satzung alt:

 

§ 6

 

6.5 b) wenn das Mitglied mehr als sechs Monate mit seiner Zahlungsverpflichtung im Rückstand ist (siehe § 7.4)

 

§ 7

 

7.4     Bei Beitragsrückständen von mehr als drei Monaten ergeht eine schriftliche Mahnung. Wird eine

 

Zahlung nicht innerhalb von sechs Wochen geleistet, kann der Beitrag mittels Postauftrag auf Kosten des säumigen Mitglieds eingezogen werden. Bei sechsmonatigem Säumnis kann der Ausschluss erfolgen. Der Ausschluss befreit nicht von der Nachentrichtungspflicht der rückständigen Beiträge.

 

Satzung neu:

 

§ 6

 

6.5 b) wenn das Mitglied mehr als drei Monate mit seiner Zahlungsverpflichtung im Rückstand ist (siehe § 7.4)

 

 

 

§ 7

 

7.4     Bei Beitragsrückständen von mehr als zwei Monaten ergeht eine schriftliche Mahnung. Wird eine

 

Zahlung nicht innerhalb von vier Wochen geleistet, kann der Beitrag mittels Postauftrag oder SEPA Lastschrift auf Kosten des säumigen Mitglieds eingezogen werden. Bei dreimonatigem Säumnis kann der Ausschluss erfolgen. Der Ausschluss befreit nicht von der Nachentrichtungspflicht der rückständigen Beiträge.

 

 

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen. Anträge sind innerhalb der satzungsmäßigen Frist an den Vorstand zu richten.

 

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Hans-Jürgen Kesper (1. Vorsitzender)

 

 

 

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Verein zur Bewegungsförderung und Psychomotorik e.V. Marburg

 

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 07.12.2017

  

 

Tagesordnung:

 1.  Begrüßung

2.  Bericht des Vorstandes

3.  Kassenbericht 2016

4.  Bericht der Kassenprüfer

5.  Entlastung des Vorstandes

6.  Wahl der Kassenprüfer

7.  Verschiedenes

 

 

I. Begrüßung

Es wurden 10 Anwesende begrüßt.

 

2. Bericht des Vorstandes 2017

Mitgliederstand

Die Mitgliederzahlen des Vereins haben gegenüber 2016 (482 = 447 Mitglieder + 35 Seniorinnen in der Senioreneinrichtung St. Jakob) leicht zugenommen, 2017 - 506 Mitglieder, 306 m, 200 w.

Die Zahl der Fördergruppen ist von 2016 - 68 Fördergruppen bei 72 Fördergruppen 2017 ebenso leicht angestiegen.

Von 506 Mitgliedern sind 448 Kinder im Kinder-/Jugendbereich in 65 Gruppen zufinden (2016: 402 Kinder in 68 Gruppen).

Im Frühförderbereich (0 - 6 J.) gibt es 48 Gruppen, 323 Kinder, 204 m, 119 w, gegenüber 2016: 48 Gruppen und 289 Kinder (189 m, 100 w), also eine Steigerung von 34 Kindern bei gleicher Gruppenzahl.

Im Schulbereich liegt der Mitgliederstand 2017 bei 125 Kindern, 87 m, 38 w in 17 Gruppen (2016 bei 138 Kindern/Jugendlichen in 19 Gruppen), der Rückgang von 2 Gruppen und 13 Kindern ist wahrscheinlich dem Trend zur Ganztagesschule und längeren Betreuungszeiten geschuldet.

Im Seniorenbereich finden wir 39 Seniorinnen in 2 Gruppen (IFL) + 1 Gruppe St. Jakob, 9 m, 30 w.

Die Erwachsenengruppen haben 2017 insgesamt 19 Mitglieder, 6 m, 13 w in 2 Gruppen, eine konstant gebliebene Gruppe der Bl Sozialpsychiatrie und eine neu entstandene Feldenkraisgruppe, die auch die Lizenz als Reha-Sportgruppe „Orthopädie" besitzt.

Im Institut für Leibesübung, IFL - 8 Gruppen (2016 - 9 Gruppen) finden zur Zeit 5 Kindergruppen (2016 - 6 Kindergruppen), 2 Seniorengruppen und 1 Gruppe der Erwachsenen statt, die anderen Gruppen finden dezentral in den Einrichtungen statt.

Es gibt 3 Fördermitglieder (passiv).

 

Personalsituation

Angestellte:

Vollzeit:                      Michael Müller Schwarz


Teilzeit:                      Julia Nickel     

                                  Susanne Niebergall

                                  Elisa Fiedler

Minijob:                      Florin Flueras

                                  Gerda Metz (Sekretariat)

Annemarie Althaus pensioniert.

Honorarkräfte: insgesamt 8

 

Die Gehälter der angestellten Mitarbeiter mussten 2013 um 5% reduziertwerden. Dabei handelte es sich um eine temporäre Reduzierung, die am 01.07. des Jahres 2016 um 2,5% wieder angehoben werden konnte, nach Jahresabschluss 2017 soll die weitere Angleichung geprüft werden.

Eine erneute Anhebung der Mitgliedsbeiträge in 2016 sowie 2017 wurde nicht in Erwägung gezogen, um die Mitglieder nicht erneut zu belasten.

Durch Verzögerungen der Umbaumaßnahmen im Institut für Sportwissenschaften (IFL) muss/te der Verein 2017/2018 (bis zum endgültigen Einzug in das renovierte Barockhäuschen vor dem IFL) in der Kugelgasse 10, Raum 23 verbleiben, wobei die Postadresse in der Barfüßerstr. 1 verbleibt.

 

Aktivitäten des Vereins

Wie gewohnt hat der Verein in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Kinderbetreuung der Stadt Marburg auch in 2017 im Rahmen von 4 Terminen den Arbeitskreis Psychomotorik für Erzieherinnen durchgeführt.

Im Mai und Oktober 2018 wird der Verein mit der Stadt und dem Landkreis wieder Fortbildungsveranstaltungen für Erzieherinnen mit den Themen Förderdokumentation" und Bewegung - Mehr als nur das fünfte Rad am Wagen" anbieten.

Der Verein beteiligt sich seit 2017 an thematischen Arbeitsgruppen der StadtMarburg und des Landkreis Marburg-Biedenkopf:

In der initiative Gesundheit fördern - Versorgung stärken" arbeitet der Verein,vertreten durch Jutta Müller und Michael Müller-Schwarz, in der Arbeitsgruppe„Gesund aufwachsen" an der Identifikation von Themen und der Entwicklung von Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention mit.

In dem Projekt „Bildung integriert" des Landkreis Marburg-Biedenkopf ist der Verein, vertreten durch Julia Schrumpf und Michael Müller-Schwarz, in der Arbeitsgruppe „Übergänge gestalten" inhaltlich beteiligt.

Des Weiteren arbeitet der Verein, vertreten durch Michael Müller-Schwarz, an der Weiterentwicklung des Curriculums Profilerweiterung lnklusion (30 LE)" der Sportjugend Hessen für Übungsleiterinnen und anderes Fachpersonal im Bewegungs- und Sportbereich mit. Die Profilerweiterung Inklusion startete im März 2015, es wurden jährlich 3-5 Durchgänge ä 30 Lerneinheiten durchgeführt, von denen Michael Müller-Schwarz jeweils eine Fortbildung und eine weitere anteilig leitet. Die Profilerweiterung ist ein Erfolg, wird in 2018 fortgesetzt.

Projekte

Psychomotorik mit Flüchtlingskindern

Nach den Herbstferien 2015 startete das Projekt „Psychomotorik mit Flüchtlingskindern" in Zusammenarbeit mit der Grundschule der Sophie-von-Brabant-Schule. Finanziert wird das Projekt von Sponsoren/Paten, die der Kinderschutzbund in Person von Fr. Siebke-Richter rekrutiert hat. Diese Paten übernehmen die Mitgliedsbeiträge für 10 Kinder für 1 Jahr. In 2016 konnte Fr. Siebke-Richter die Paten für ein weiteres Jahr zur Übernahme d. Mitgliedsbeiträge gewinnen. In 2017 hat die Zahl der Paten abgenommen und der Kinderschutzbund hat aus eigenen Spendengelder die finanzielle Lücke geschlossen. (Hier möchten wir uns herzlich bedanken)Das Projekt kommt inzwischen nicht nur Flüchtlingskindern, sondern allen Kindern der Sprachintensivklasse der S.-v.-B.-Schule zugute. Leider konnte auch 2017 aufgrund der hohen Auslastung keine Nutzung der schuleigenen Turnhalle erreicht werden. Das Projekt wurde von einer Studentin der Motologie längere Zeit begleitet, die ihre Masterarbeit zu diesem Thema verfasste. Die Psychomotorik-Fachkraft konnte 2017 durch eine zusätzliche personelle Unterstützung in dieser Gruppe unterstützt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Gesundheitsamt (FD Sozial-psychiatrischer Dienst und FD Prävention und Beratung), dem Büro für Integration und den Deutschen Kinderschutzbund Marburg-Biedenkopf kooperiert der Verein in der Entwicklung, Beantragung und Durchführung des Projektes Seele in Bewegung"-Selbstwirksamkeit erleben, Empowermentprozesse anstoßen. Dieses präventive Angebot für Frauen und Kinder mit Migrationshintergrund soll an zwei Standorten, Marburg-Waldtal /Familienzentrum des AKSB und in Dautphetal-Friedendorf / Familienzentrum, voraussichtlich ab Jan/Feb 2018 umgesetzt werden.

Psychomotorik-Angebot an der Gerhard-Hauptmann-Schule: Hier konnte im Rahmen der „Lokalen Bildungsplanung - Schule und Sport" für das Schuljahr 2017/18 die Fortführung des Projektes finanziell gesichert werden.

Der FB Motologie arbeitet momentan an einer Studie zur Wirksamkeit psychomotorischer Maßnahmen bei Geschwistern krebskranker Kinder", dazu soll eine Vergleichsgruppe von Kindern in Psychomotorikgruppen im Rahmen des Vereins befragt und ausgewertet werden. Leider verzögert sich der Beginn des Projektes durch organisatorische Probleme.

Die Burgbergschule, eine Förderschule in Friedensdorf, Raum Biedenkopf, hat den Kontakt zum Verein erneuert, die Zusammenarbeit erfolgt in Form von einer Doppelstunde (90 Min.) mit 10 Kindern angestrebt, die als „schulische Veranstaltung" mit 60,-Euro vergütet wird.

Zum Schuljahresbeginn 2017/2018 wurde auch in der benachbarten MPS Dautphetal/Grundschulzweig ein psychomotorisches Förderangebot Förderung durch Bewegung" in dem Ganztagsangebot der Grundschule eingerichtet, auch hier in Form von einer Doppelstunde (90 Min.) mit 10 Kindern angestrebt, die als „schulische Veranstaltung" mit 60,-Euro vergütet wird.

Unter dem Dach der Sportjugend Hessen" hat es eine neue Zusammenarbeit des Vereins mit dem Sportamt Marburg gegeben, für Erzieherinnen, Übungsleiterinnen und Azubis des Fachdienstes Sport wurde ein niederschwelliges 3tägiges Angebot Bewegung in den Kitas" durch den Verein durchgeführt, das mit einem Zertifikat abgeschlossen wird. Dieses hat zw. April und Juni 2017 stattgefunden.

Im Rahmen des Projektes Inklusion bewegt" wurde eine zweitätige Fortbildungsveranstaltung für pädagogische Fachkräfte des Projektes durchgeführt, wo die Umsetzung von Inklusion durch psychomotorische Bewegungsangebote thematisiert und erprobt wurde.

Spenden

2017 hatte der Verein keine Spendeneinnahme. Die Spendenaufrufe sollen zukünftig regelmäßig zu Jahresbeginn erfolgen.

 

3. Kassenbericht 

Der Kassenbericht wurde detailliert aufgeführt, die Haushaltsübersicht ergab eine voraussichtliche positive Bilanz, der erwartete Kontostand Ende des Jahres 2017 wird voraussichtlich bei einer vierstelligen Eurosumme liegen. Die Rücknahme der Gehaltsreduzierung (in Teilen) sowie das Fehlen von Spendeneinnahmen wirken sich auf die Bilanz aus.

 

4. Bericht der Kassenprüfer

Herr W. Göbel und Herr S.-O. Heine haben am 01.11.2017 die Kassenprüfung für den „Verein zur Bewegungsförderung und Psychomotorik e.V. Marburg" für das Jahr 2016 durchgeführt. Es wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt und der Kassenwartin eine vorbildliche Kassenführung bescheinigt.

 

5. Entlastung des Vorstandes

Der Antrag auf Entlastung des Vorstandes wurde gestellt und mit 8 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen.

 

6. Wahl der Kassenprüfer

Die Wahl der Kassenprüfer 2018 Herr Göbel und Herr Heine wurde mit 8 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen.

 

7. Verschiedenes

 

 

Julia Schrumpf (Schriftführerin)

 

 

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Psychomotorik mit Flüchtlingskindern

 

Seit nunmehr einem Jahr hat der „Verein zur Bewegungsförderung und Psychomotorik“ Erfahrungen in der psychomotorischen Begleitung von Flüchtlingskindern. Das Bedürfnis, ein psychomotorisches Angebot für Flüchtlinge ins Leben zu rufen, deckte sich mit dem breitgefächerten Engagement des Kinderschutzbundes Marburg für Flüchtlingskinder, hier wurde v.a. Fr. Siebke-Richter initiativ, der der „Verein zur Bewegungsförderung und Psychomotorik mit seinem inklusiven Ansatz am allerbesten geeignet schien, erste Hilfe für Flüchtlingskinder zu leisten“. Ausschlaggebend schien ihr auch „das große Interesse gepaart mit der nötigen Kompetenz und personellen Ausstattung.“

 

Frau Siebke-Richter stellte die Kontakte zur Sophie-von-Brabant-Schule her, die als Erstaufnahme-Schule in einer Sprachintensivklasse auch immer wieder schwer traumatisierte Kinder betreuen und integrieren muss. Im Januar 2015 begann eine Kooperation von Kinderschutzbund, Psychomotorik-Verein und der Sophie-von-Brabant-Schule mit der Ausrichtung Finanzierung, Hallenkapazitäten, Fach-und Betreuungspersonal, Versicherungsfragen, Konzept und Gruppenzusammensetzung zu kommunizieren. Frau Siebke-Richter gelang es Paten für das Psychomotorik-Projekt zu finden und ein Patenschafts-Modell zu entwickeln, das die Finanzierung der Mitgliedsbeiträge für 10 Kinder über ein Jahr lang gewährleistete.

 

Nach den Herbstfreien 2015 und Abschluss der Vorarbeiten konnte die Idee endlich konkretisiert werden und das Projekt an den Start gehen. Die Lehrerin der Sprachintensivklasse traf eine Auswahl an 10 Kindern mit Bedarfen an motorischer und/oder emotional-sozialer Unterstützung. Der TSV Ockerhausen stellte 1 x wöchentlich für 1,5 Stunden eine Turnhalle zur Verfügung, der Verein sandte einen männlichen/ eine weibliche MotologIn und die Schule beteiligte sich mit einer FSJlerin und einem Praktikanten. Das Aufgebot an personeller Begleitung erwies sich als notwendig für die Bewältigung von Hin-und Rückwegen, den Umgang mit dem Verhalten im ungewohnten Straßenverkehr, der oft mangelnden Bekleidungsausstattung der Kinder, der intensiven Gruppendynamik, der Sprachbarrieren und des unkalkulierbaren Verhaltens einzelner Kinder.

 

Das psychomotorische Konzept, in dem die gesamte Entwicklung der Persönlichkeit durch das Medium „Bewegung“ im Focus steht, erweist sich als gut geeignet für Kinder mit traumatischen Erfahrungen von Kriegserlebnissen, Flucht und Verlusten, seelischen Verletzungen und prekären Lebensverhältnissen. Durch Bewegung, Spiel, Bauen und Gestalten können sie schmerzlichen Erfahrungen kindgemäß Ausdruck geben und Konflikte verarbeiten.

 

Der ressourcenorientierte Ansatz möchte beim Kind Ängste lösen, Lebensfreude entwickeln, Ressourcen aktivieren und Widerstandskräfte (Resilienz) stärken. Eine interkulturelle Expertin empfiehlt der pädagogischen Arbeit im Hinblick auf traumatisierte Kinder „in kritischen Situationen …auf positive Erfahrungen umzuleiten und im Hier und Jetzt für die Kinder eine sichere und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Das Schaffen einer Perspektive, das Erfahren von Selbstwirksamkeit und die Inklusion beeinflussen dabei auch den Verlauf einer Traumatisierung positiv“ (Gülcan Yoksulabakan-Üstüey).

 

Bei Traumatisierung geht es um das Lebensgefühl von mangelndem Schutz, Vertrauen, Kontrolle und Handlungsfähigkeit, dieses kann in kleinen Schritten durch freudvolle Momente und Erfahrungen von Selbstwirksamkeit wieder positiv verändert werden.

 

Mit Beziehungsangebot, klarer Struktur und Selbstwirksamkeitserlebnissen gibt die Psychomotorik den Kindern einen sicheren Rahmen um über Spiel und Bewegung handlungsfähig und erfolgreich zu sein.

 

Jede Psychomotorik-Stunde beginnt und endet mit einem Erzählkreis, in dem jedes einzelne Kind nach seiner aktuellen Befindlichkeit gefragt wird und es somit erfährt, dass es wahrgenommen, ernst genommen wird und man sich für seine Erzählungen, Gefühle und Lebensumstände interessiert. Die Thematisierung und das körperliche Spüren von Gefühlen ermöglicht den Kindern eine bessere Selbstwahrnehmung und emotionale Selbstregulation. Gleichzeitig lernen die Kinder anderen zuzuhören und erweitern durch die Interaktion ihre sprachlichen Fähigkeiten und soziale Kompetenz.

 

Durch das offene Konzept der Psychomotorik kann die kulturelle Vielfalt zum Tragen kommen, können die Kinder Spiele aus ihrem Kulturkreis einbringen und aus anderen Kulturen kennen lernen. Die Kinder erweitern ihr Wissen und Handlungsrepertoire.

 

Durch Spielvorschläge und Mitgestaltung von Bewegungs- und Spiellandschaften wird Partizipation erfahren und gelebt. Die Möglichkeit eigene Spielthemen einzubringen weckt und bewahrt die Motivation zu Bewegung und Aktivität.

 

Kindgemäße Entspannungsformen unterstützen die Kinder in stressreichen Situationen (Trauma bedeutet ein dauerhaft aktiviertes Stress-System) wieder zur Ruhe zu gelangen. Das Wissen sich in Stresssituationen selbst beruhigen zu können, schafft Sicherheit.

 

Eine achtsame geschlechtssensible pädagogische Haltung unterstützt den gleichberechtigten Umgang zwischen Jungen und Mädchen und trägt so zur Überwindung von stereotypen Geschlechterrollen bei.  

 

Schon wenige Wochen nach dem Start des Psychomotorik-Projektes gab es eine positive Rückmeldung von der Leiterin der Sprachintensivklasse, sie schrieb: „Die Psychomotorik-Stunden mit den ausgewählten Kindern der Sprachintensivklasse lassen sich erfreulich an. Die Kinder können mit Bewegung und dem Konzept gut erreicht werden, u.a. auch, weil ihnen dadurch nicht zu viel Disziplin abverlangt wird und ein individuelles Eingehen auf unterschiedliche Entwicklungsniveaus gut möglich ist…Meine Schüler lieben und genießen diesen Bewegungsunterricht und andererseits macht er gerade deutlich, an welchen Entwicklungsschritten wir noch zu arbeiten haben“.

 

Den Paten des Projektes konnte mitgeteilt werden, dass mit ihrer Hilfe „ein kleines, unbürokratisches Projekt mit großer Wirkung“ (Fr. Siebke-Richter) ins Leben gerufen werden konnte, sodass sie sich bereit erklärten diese auch ein weiteres Jahr zu finanzieren.

 

 

 

Lit.:

 

Gülcan Yoksulabakan-Üstüey (2015): Geflüchtete Kinder: Herausforderung und Grenzen in www.nifbe.de/191-nifbe/867-themenschwerpunkt-fluechtlinge

 

  

 

Jutta Müller

 

(Vorstandsmitglied

 

Verein zur Bewegungsförderung

 

und Psychomotorik e.V. Marburg)